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Firmengeschichte

zusammengetragen von: Jürgen Tiedmann

1880 - 1906 - Telegraphenbauanstalt, Fabrik für elektrisches Licht, elektrische Eisenbahnen, Kunst und Industrie

Am 01.07.1880 eröffnete Carl Lorenz eine eigene Werkstatt mit der Bezeichnung "Telegraphenbauanstalt, Fabrik für elektrisches Licht, elektrische Eisenbahnen, Kunst und Industrie". Danach wurden mit 45 Mitarbeitern zwei Fabriketagen eines Gewerbehofes an der Prinzessinenstr. in Berlin bezogen.

Am 20.12.1889 verstarb Carl Lorenz im Alter von 45 Jahren. Seine Ehefrau und sein Bruder Alfred Lorenz führten den Betrieb vorerst weiter.

Am 12.04.1890 übernahm Robert Held die Firma.

1898 war die Mitarbeiterzahl auf 200 gestiegen.
Die Firma wechselte ihren Standort und bezog mehrere angemietete Etagen in einem nahegelegenen Berliner Gewerbehof am Elisabethufer 5-6 in Kreuzberg.

1906 - 1967 - C. Lorenz A.G. Telephon- und Telegraphenwerke, Eisenbahnsignal-Bauanstalt

Am 12.10.1906 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Zu dieser Zeit war die Mitarbeiterzahl auf 600 gestiegen.

Als neuer Geschäftszweig wurde die drahtlose Telegraphie (Abteilung DT) aufgenommen und das Verwertungsrecht der Erfindungen von Valdemar Poulsen (Lichtbogensender) für Deutschland und weitere Staaten gesichert. In der 3. Etage des Quergebäudes der Fabrikräume wurde ein besonderes Labor eingerichtet.

Auf dem Dach des Fabrikgebäudes wurde für die Versuche eine etwa 7 m hohe und 60 m lange Harfenantenne aus 6 Stück, ca. 33 cm voneinander entfernt gespannten, Silizium-Bronce-Litzen von je 2,5 mm Durchmesser errichtet. Als 2. Station dienten Laborräume der Firma Amalgamated Radio-Telegraph Company Ltd. in der Mathiusstr. 13 für die ersten Sendeversuche.

1908 wurden einige Muster-Senderstationen nach dem Poulsen-System an das Deutsche Heer (0,5 kW fahrbare Stationen und Festungsstationen mit 0,6 und 4 kW) sowie an die Marine (Schffsstationen mit 1,5 und 4 kW) geliefert. Das führte zu Aufträgen.

Die Firma Amalgamated (Rechteinhaber von Poulsen) wurde im gleichen Jahr aufgelöst. Alle Patentrechte gingen an die C. Lorenz AG.
Die Marine unterstellte das System Lorenz-Poulsen im militärischen Interesse der absoluten Geheimhaltung. Bei Verstößen drohte Zuchthaus nicht unter 3 Jahren.

Da die platzmäßigen Voraussetzungen für weitere Versuche am Elisabethufer in Berlin-Kreuzberg ausgeschöpft waren musste ein neues Versuchsgelände gefunden werden. Es wurde ein passendes Gelände in Eberswalde gefunden.

Am 27.10.1909 begann der Lorenz-Versuchssender Eberswalde in Betrieb.

Am 06.05.1918 zog das Unternehmen in einen firmeneigenen Fabrikneubau nach Berlin-Tempelhof, Lorenzweg.

Am 01.08.1918 wurden die Versuche als Gegenstation zum Lorenz-Versuchssender Eberswalde wieder aufgenommen.

C.Lorenz Werbung 1921 Quelle: [298. S. 54]
Werbung 1921

Am 09.12.1924 verstarb Robert Held.

Im Mai 1930 übernahm der US-amerikanische ITT-Konzern die Mehrheitsbeteiligung an der "Lorenz AG".

(1930) 1934 - 1945 - GEMA, Gesellschaft für elektroakustische & mech. App., Berlin

GEMA, "Gesellschaft für elektroakustische und mechanische Apparate mbH", Wendenschloßstraße, Berlin-Köpenick, entwickelte Funkmessgeräte (Radar), vor allem für die Kriegsmarine. Dazu entwickelte und fabrizierte sie auch Röhren. Beispiele TS1, TS1a, TS2spez, VH... etc. Diese wurden wegen Lieferengpässen auch von AEG, Siemens, Lorenz und Telefunken gebaut. Herstellerkodierung "bya".
Danach Funkwerk Berlin Köpenick.

1942 - 1946 - Lorenz AG, Tempelhof

Zunächst Zweigbetrieb der Lorenz AG, Tempelhof.
Besetzung ab 22. April 1945.

1967 - 1987 - Standard Elektronik Lorenz AG (SEL)

1967 Umbenennung in Standard Elektronik Lorenz AG (SEL).

01.01.1987 - ??? - Alcatel SEL

1987 ging die C. Lorenz AG in den französischen Alcatel SEL-Konzern auf.

1946 - 1965 - VEB Funkwerk Dabendorf

1946 bis 1951 Kleinserien von Radios aufgelegt, z.T. mit RL12T2 . Weiterhin Herstellung professioneller Funk- und Nachrichtentechnik.

Logo Funkwerk Dabendorf    Quelle: [1]

1965 Eingliederung in das Funkwerk Köpenick.

1949 - (1990) - VEB Funkwerk Köpenick

Wendenschlossstrasse 154
Herstellung von professionellen Funkempfängern und Sendeanlagen.
Ab 1975 Schwerpunkt Fernbedienungen für TV.

Produktbeispiele:

Logo Funkwerk Köpenick    Quelle: [1]

Quellen: [4], [262], [298]


nach oben Seitenanfang Letzte Änderung dieser Seite: 23.03.2026