VDFI Rundfunk-Geschichte Header

Firmengeschichte

zusammengetragen von: Jürgen Tiedmann

1923 - 1924 - Verband der Radio-Industrie e.V. (VdRI)

Am 30.06.1923 wurde auf Initiative von "Dr. Siegmund Loewe" der "Verband der Radio-Industrie" gegründet, um einen Partner bei Patentverhandlungen mit den Firmen "Telefunken", "Lorenz" und "Huth" zu haben.

Am 03.09.1923 fand eine Mitgliederversammlung des VdRI statt.
Da der bisherige Vorsitzende war zuvor zurückgetreten. Aus diesem Grund eröffnete der 2. Vorsitzende, Kommerzienrat Gutkowski, die Versammlung.
Anwesend waren Vertreter von 23 Mitgliedsfirmen.

Am 01.01.1924 hatte der Verband 22 ordentliche und 9 außerordentliche Mitglieder.

Am 06.12.1924 Umbenennung in "Verband der Funkindustrie e.V".


1924 - 1934 - Verband der Funkindustrie e.V. (VdFI)

Logo VDFI 1 Quelle: [1]

Nur Mitglieder dieses Funkverbandes konnten "Bauerlaubnisnehmer" von Telefunken sein.
Das rot-weiße Dreieck mit der Beschriftung VDFI musste im Gerät und auf der Geräterückwand aufgebracht werden.

Warnschild vom Verband der Radio-Industrie e.V.    Quelle: [4]

Ein weiteres Zeichen gibt etwas Rätsel auf. Es ähnelt sehr dem Zeichen der "LPU" trägt jedoch die Bezeichnung "VDFI". Vermutlich stammt es aus der Zeit in der "LPU" und "VDFI" vertragliche Beziehungen hatten:

Logo AJA-Electronic Quelle: [192]

Am 31.12.1924 hatte der Verband 79 ordentliche und 25 außerordentliche Mitglieder.

Anfang 1925 gehörten dem Verbandsvorstand folgende Herren an:
Dr. Walther Burstyn,
Dr. Siegmund Loewe,
Herr Schmidt,
Herr v. Frobel,
Dr. Gewecke,
Herr Gottschalk,
Herr Lotze,
Dr. Seibt,
Herr v. Wysiecki,
Herr Koppel und
Herr Schoenberg.

Anfang 1926 gehörten dem Verbandsvorstand folgende Herren an:
Dr. Walther Burstyn,
Dr. Seibt,
Herr Schoenberg,
Herr Gottschalk, Herr Koppel,
Herr Lotze,
Herr Mackeroth,
Herr Uffel und
Herr Wilke.

1926 war der Verbandsvorsitzende Dr.Walther Bustyn. Er vertrat den "VDFI" in der technischen Kommission des "Verbandes Deutscher Elektrotechniker (VDI)", des "Zentralverbandes der Deutschen elektrotechnischen Industrie (ZV)" und in Sitzungen der "Heinrich-Hertz-Gesellschaft".
Die Mitgliederzahl verringerte sich insgesamt auf 100.

Auf der Generalversammlung am 20.03.1928 wurde der Vorstand folgendermaßen gewählt:
Herr Wilke (Vorsitzender),
Dr. Seibt (1. stellvertretender Vorsitzender),
Herr Gottschalk (2. stellvertretender Vorsitzender),
Herr Bachrach (Beisitzender),
Herr Bohl (Beisitzender),
Herr Lesser (Beisitzender),
Herr Lotze (Beisitzender),
Herr Mackeroth (Beisitzender),
Herr Mohr (Beisitzender),
Herr Uffel (Beisitzender) und
Herr Schoenberg (Beisitzender und Schatzmeister).

In einer Mitgliederversammlung vom 23.11.1928 wurde der Vorstand neu besetzt:
Herr Moyzischewitz (1. Vorsitzender),
Herr Gottschalk (1. stellvertretender Vorsitzender),
Herr Friedmann (2. stellvertretender Vorsitzender),
Herr Bachrach (Schatzmeister),
Herr Haber (Beisitzer),
Herr Bohl (Beisitzer),
Herr Mackeroth (Beisitzer),
Herr Mohr (Beisitzer),
Herr Kurz (Beisitzer),
Herr Huth (Beisitzer),
Herr Graetz (Beisitzer) und
Herr Konski (Beisitzer).

Am 31.12.1928 hatte der "VDFI" 36 ordentliche Mitglieder und 68 außerordentliche Mitglieder.

Die Generalversammlung am 26.03.1929 brachte keine personellen Änderungen im Vorstand.

Am 01.06.1929 wurden neue Verträge mit "Telefunken" unterschrieben welche die Beziehungen zwischen "Telefunken", den Bauerlaubnisnehmern von "Telefunken" und dem "VDI" bis mindestens 1934 verbindlich regelten.

Am 28.01.1930 beschloss die Mitgliederversammlung eine Satzungsreform. Diese trat am 21.03.1930 in Kraft.
Diese regelte die Zusammenarbeit der ordentlichen und außerordentlichen Verbandsmitglieder neu.

Am 21.03.1930 wurde der Vorstand durch die Generalversammlung folgendermaßen besetzt:
Von den ordentlichen Mitgliedern:
Herr Bachrach (Fi. Sachsenwerk Licht- u. Kraft AG, Berlin), (1. Stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister des Präsidiums),
Herr Colden (Fi. Ideal-Werke AG, Berlin),
Herr Gottschalk (Fi. Aronwerke AG, Berlin), (Vorsitzender des Präsidiums),
Herr Huth (Fi. Signalbau AG Huth, Berlin),
Herr Jaffé (Fi. Telephonfabrik Berliner AG (Tefag), Berlin),
Dr. S. Loewe (Fi. Radio AG D.S. Loewe, Berlin),
Herr Mende (Fi. H. Mende & Co., Dresden) und
Herr Schmidt (Fi. Dr. Georg Seibt, Berlin),
Von den außerordentlichen Mitgliedern:
Herr Bohl (Fi. C. J. Vogel, Berlin), (2. Stellvertretender Vorsitzender des Präsidiums),
Herr Konski (Fi. Konski & Krüger, Berlin),
Herr Kurz (Fa. Peter Grassmann, Berlin) und
Herr Justin Saemann (Fa. Schraubenfabrik und Facondreherei, Nürnberg).

Am 12.06.1930 wurde zwischen dem "VDFI" und der "Lautsprecher-Patent-Union (LPU)" ein neuer Generalbauerlaubnisvertrag geschlossen da am 31.08.1930 der zuvor bestehende Generallizenzvertrag auslief. Er trat mit dem 01.09.1930 in Kraft und endete am 10.07.1940, dem Ablauf des letzten grundsätzlichen Konuslautsprecher-Patentes.

Am gleichen Tag wurde (gemeinsam mit den Unternehmen "Standard-Telephones" London, "Lectophone Corporation" New York, "Hopkins Corporation" New York, "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe" und "Dr. Erich F. Huth", Berlin ein Vertrag mit dem "Verband der Funkindustrie e.V." Berlin bezüglich Lautsprecher-Schutzrechten geschlossen.

Am 31.12.1930 hatte der "VDFI" 29 ordentliche Mitglieder und 75 außerordentliche Mitglieder.

In der Vorstandssitzung am 15.03.1933 trat Herr Gottschalk als 1. Vorsitzender des VDFI zurück. Der Vorstand wählte Herrn Schmidt zum neuen Vorsitzenden.
Weiterhin legte Herr Bachrach als 1. Stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister sein Amt nieder. Der Vorstand wählte Herrn Colden zum neuen 1. Stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister.
Es erfolgten weitere personelle Veränderungen.

Bis 1933 war der "VDFI" Veranstalter der Großen Deutschen Funkausstellung in Berlin.

Nachfolger des "VDFI" wurde die "Interessen-Gemeinschaft für Rundfunk-Schutzrechte e.V. (I.G.R.)".


ca. 1945 - 1951 - Verband der Lizenznehmer der Rundfunkindustrie (VLR)

Nachdem 1945 ein Betätigungsverbot für die, seit 1934 bestehende, "Interessen-Gemeinschaft für Rundfunk-Schutzrechte e.V. (I.G.R.)" durch die Alliierten erfolgte, nahm interimsmäßig die Interessen der lizenznehmenden Firmen der Rundfunkindustrie dieser Verband wahr.

Das genaue Gründungsdatum des "VLR" ist leider nicht bekannt. Die Existenz des "VLR" lässt sich aus Protokollen von Mitgliedsversammlungen der "IGR" nachweisen.

Zur Mitgliederversammlung der "IGR" am 23.08.1950 waren folgende Herren als Vertreter und Mitglieder des "VLR" anwesend:
Herr Mende (Fi. Nord-Mende-Radio),
Herr Hennig (Fi. Funktechnische Werkstätten Möst & Hennig),
Herr Ahlert (Fi. W. Krefft AG),
Herr Albus (Fi. W. Krefft AG),
Herr Hüngerle (Fi. Elektro-Apparate-Fabrik J. Hüngerle KG) und
Herr Metz (Fi. Metz).

Von der Geschäftsführung des "VLR" wurden noch
Herr Berger,
Herr Schiroke und
Herr Blomenkamp genannt.

Am 08.02.1951 übernahm die "IGR" die Geschäftsstelle des "VLR" mit 6 Personen.
An diesem Tag fand eine Sitzung des Verwaltungsrates der "IGR" statt an der Herr Martin Mende als Präsident des "VLR" und Herr Dr. Mayer-Oldenburg als weiterer Vertreter des "VLR" als Gäste teilnahmen.
In dieser Sitzung wurde über die Auflösung des "VLR" und die Bildung eines "Einheitsverbandes" unter dem Namen "Interessen-Gemeinschaft für Rundfunk-Schutzrechte e.V. (I.G.R)" sowie die Verlegung der Geschäftsstelle von Berlin nach Düsseldorf-Heerdt, Wiesenstr. 19/21 beraten.

Das genaue Datum der Auflösung des "VLR" und die Bildung des "Einheitsverbandes" ist leider unbekannt.


1934 - ? - Interessen-Gemeinschaft für Rundfunk-Schutzrechte e.V. (I.G.R.)

Am 22.05.1934 wurde die Satzung der "IGR" im Vereinsregister des Amtsgerichtes Charlottenburg unter laufender Nr. 4002 eingetragen.

Am 19.11.1936 wurde Herr Martin Mende (Radio H. Mende & Co.) zum Verbandspräsidenten gewählt. Diese Funktion übte er bis 1943 aus.

Am 17.05.1939 war die letzte Mitgliederversammlung vor dem Krieg.

Am 15./16.02.1944 wurde das Büro der "IGR" am Kaiserdamm ausgebombt. Die verbliebenen Akten und Möbel wurden nach Stassfurt verlagert.

1945 erfolgte ein Betätigungsverbot für die "IGR" durch die Alliierten.

Am 23.08.1950 fand die erste Nachkriegs-Mitgliederversammlung der "IGR" statt.
Der Verwaltungsrat der "IGR" wurde neu gewählt:
Herr Schongs (Fi. Isophon),
Herr Widmann (Fi. Gottlob Wittmann),
Herr Görler (Fi. Julius Karl Görler),
Herr Wiegand (Fi. Braun-Radio),
Herr Rieger (Fi. Saba),
Herr Fritz Graetz (Fi. Graetz AG) und
Dr. Motte (Fi. Wega).

Die Mitgliederversammlung am 03.10.1950 wählte Herrn Dr. Paul Motte (Wega) zum Verbandspräsidenten. Herr Wiegand (Braun) wurde als Schatzmeister gewählt welchem auch die Vertretung im Verhinderungsfall des Präsidenten zukam.

In der Verwaltungsratssitzung am 08.02.1951 wurde über die Auflösung des "VLR" und die Bildung eines Einheitsverbandes unter dem Namen "Interessen-Gemeinschaft für Rundfunk-Schutzrechte e.V. (I.G.R)" sowie die Verlegung der Geschäftsstelle von Berlin nach Düsseldorf-Heerdt, Wiesenstr. 19/21 beraten.

Zur Mitgliederversammlung am 08.02.1951 betrug die Zahl der Mitglieder 41 Firmen. Davon aus der Erzeugungsgruppe "Empfangsapparate und Verstärker" 26 und aus der Erzeugungsgruppe "Zubehör und Einzelteile sowie elektroakustische Geräte" 15.
An diesem Tag übernahm die IGR die Geschäftsstelle des VLR mit 6 Personen.

Am 31.12.1951 betrug die Zahl der Mitglieder insgesamt 26 Firmen.

In der notariellen Niederschrift der Mitgliederversammlung der "IGR" vom 29.07.1952 wird als Verbandspräsident (Vorstand)
Herr Direktor Martin Mende genannt.
Geschäftsführer waren:
Herr Otto Bergen und
Dr. Lucae.

Im Februar 1957 erfolgte ein Vertrag zwischen der "Interessen-Gemeinschaft für Rundfunk-Schutzrechte e.V. (I.G.R)" und der "Fernseh GmbH (FESE)" über die Benutzung der Schutzrechte für die Fertigung von Fernsehgeräten.

1959/60 erfolgte eine Erneuerung und Erweiterung des Vertrages mit der "FESE".

1960 war Mitgliederbestand folgendermaßen:
In der Erzeugungsgruppe "Empfangsapparate und Verstärker":
16 Firmen als ordentliche Mitglieder,
1 Firma als Gastmitglied.
In der Erzeugungsgruppe "Zubehör und Einzelteile sowie elektroakustische Geräte":
9 Firmen als ordentliche Mitglieder.

Am 26.07.1960 wurde Herr Martin Mende vom Verwaltungsrat als Verbandspräsident wiedergewählt. Er bestimmte Herrn Wilhelm Wiegand zu seinem Stellvertreter.

1968 tritt Herr Dr. Böhme die Nachfolge von Herrn Mende als Verbandspräsident an.

Am 07.02.1968 wurde Herr Mende zum Ehrenpräsidenten der "IGR" gewählt.

Am 08.05.1985 gab sich die "IGR" eine neue Satzung.


1956 - ? - Interessen-Gemeinschaft für Rundfunk-Schutzrechte GmbH (I.G.R.)

Die Übernahme der Schutzrechte der Firme "Krefft" machte es am 21.07.1956 aus gesetzlichen Vorschriften erforderlich zusätzlich zum e.V. eine "IGR GmbH" zu gründen. Über die Anteile der GmbH verfügte der e.V.


Quellen: [4], [301], [309], [331]

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